Es ist spannend, jetzt zu leben

Autor

Michael Happle

Kategorie

Bibelarbeit

Magazin

2 / 2021

Die Bedeutung der Lehre von der Wiederkunft Jesu ist in der Bibel alles andere als ein Randthema. Jemand zählte einmal, dass sich etwa jeder 25. Vers des Neuen Testaments auf die Wiederkunft Jesu bezieht. Jesus selbst sprach häufig von Seiner Wiederkunft (z. B. Mt. 24; 25; Mk. 13; Lk. 17; 21). Auch einige der Gleichnisse behandeln dieses Thema, beispielsweise die Himmelreichsgleichnisse. Selbst ein großer Teil der alttestamentlichen Prophetien, die auf Jesu Kommen hinweisen, thematisieren gleichzeitig Seine Wiederkunft.

Das Neue Testament verwendet für die „letzten Dinge“ vor allem die nachfolgenden Begriffe, die jeweils einen anderen Aspekt des Kommens Jesu betonen:

  • Parousia (Ankunft) bezeichnet die Ankunft eines Herrschers zu einem offiziellen Besuch, z. B. in Mt. 24,3.27.37.39; 1. Kor. 15,23.
  • Epiphaneia (Erscheinung) des Herrn, z. B. in 1. Tim. 6,14; 2. Tim. 1,10; Tit. 2,13. Beachte 2. Thess. 2,8 – beide Begriffe erscheinen!
  • Apokalypsis (Offenbarung, Enthüllung) von Jesus Christus, welches auch der gleichnamige Titel des letzten Buches der Bibel ist, z. B. in 1. Kor. 1,7; Offb. 1,1.
  • Jesus selbst ist also das zentrale Thema aller prophetischen Aussagen zur Endzeit.

Der Zweck Seiner Wiederkunft – warum ist sie so wichtig für den Herrn?

  • ER wird den Thron Davids einnehmen (vgl. Lk. 1,32.33; Apg. 2,30) und ein 1000-jähriges Reich auf der Erde errichten (Offb. 20,1–7). Damit wird der ursprüngliche Zweck der Schöpfung sichtbar: Gottes Verherrlichung auf Erden.
  • Die Zukunftsverheißungen für Israel werden erfüllt (vgl. Jes. 65,17–25; Hes. 37,21–28). Israel ist während der Zeit der Gemeinde beiseitegesetzt worden (vgl. Röm. 11,1–6), wird aber schließlich zur Erkenntnis des Erlösers geführt werden (vgl. Röm. 11,25– 29). Die Voraussagen Gottes für Israel sind unabänderlich. Seine Treue steht auf dem Spiel, wenn das bezweifelt wird (siehe ausführlicher Artikel auf S. 7).
  • Die Gemeinde muss vollendet werden, und dann kommt Jesus zurück (Mt. 24,14).
  • ER wird die Seinen erlösen (Lk. 21,28: „der Tag Christi“) und ihnen ihre endgültige Herrlichkeit verleihen (vgl. Röm. 8,17f.; Kol. 3,4; 2. Thess. 1,10).
  • Satan, der in der Person des Antichristen und des falschen Propheten von der ganzen Welt verehrt werden wird, muss entmachtet werden (vgl. Offb. 11,15; 20,1–3.9b.10).
  • Jesus Christus wird die Toten aufwecken und die sündige Welt richten (vgl. Joh. 5,28f.; 2. Thess. 1,7.8, „der Tag des HERRN“).
  • ER wird Sein ewiges Reich aufrichten (Dan. 7,13.14), in dem ewige Gerechtigkeit wohnt (2. Petr. 3,13).

ER wird Sein ewiges Reich aufrichten (Dan. 7,13.14), in dem ewige Gerechtigkeit wohnt (2. Petr. 3,13).

  • … mit Jesus 1000 Jahre auf dieser Erde zu herrschen (Offb. 20,6).
  • … einen großen Trost zu haben (vgl. Offb.6,11; Joh. 14,1–3; Apg. 1,11; 1. Thess. 4,18).
  • … das ersehnte Ziel erreicht zu haben (vgl. 1. Thess. 1,10; Tit. 2,13).
  • … die Motivation für ihr Handeln in Heiligkeit (1. Tim. 6,14).
  • … die Motivation zur Evangelisation (vgl. Mt. 24,14; Lk. 19,13).

Was haben wir zu erwarten?

Als der HERR Jesus am Kreuz ausrief „Es ist vollbracht …“ (Joh. 19,30) war die Erlösung voll- kommen geschaffen. Aber sie war noch nicht in allen Bereichen umgesetzt oder sichtbar.

  • Die Gläubigen leben immer noch in der Spannung zwischen Stellung und Zustand. Durch die Vereinigung mit IHM wird diese Spannung aufgehoben, und wir werden sein, wie er ist (1. Joh. 3,2).
  • Noch scheint der Satan nicht besiegt zu sein. Die Herrschaft Jesu ist noch nicht vollkommen offenbar geworden (Hebr. 2,8). Aber der Tag muss kommen, an dem das Wirken des Feindes Gottes beendet wird (vgl. 2. Thess. 2,8; Offb. 20,1–6).
  • Als der HERR diese Erde schuf, war sie „sehr gut“, d. h. ohne Makel der Sünde. Weder die Erde noch der Luftbereich werden wieder rein sein, da sie durch die Sünde beschmutzt wurden. Deswegen wird der HERR wiederkommen, um das Reich des Fürsten dieser Welt zu vernichten und ein vollkommenes Reich zu schaffen (2. Petr. 3,12 ff.).
  • Alle Menschen, auch seine Feinde, werden dann Jesus als den Christus bekennen (Phil. 2,10).

Was bedeutet das für heute?

Weil Jesus Christus als wiederkommender HERR das überragende Thema im Himmel ist, sollte es das auch für die Gläubigen auf der Erde sein. Die aufregenden Monate, die hinter uns liegen, sollten uns daran erinnern: Nehmt mich ernst – ich komme wieder! Konzentriert euch auf das Bleibende, denn „die Welt mit ihrer Lust vergeht“ (1. Joh. 2,17).

Er hat angesichts der endzeitlichen Ereignisse oft gesagt: „Fürchtet euch nicht …“

  • „… vor denen, die den Leib töten“ (Mt. 10,28).
  • „… ihr seid viel kostbarer als viele Sperlinge“ (Mt. 10,31).
  • „… denn auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt“ (Lk. 12,7).
  • „… und wenn ihr auch leidet um der Gerech- tigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht“ (1. Petr. 3,14).

Warum sollten wir uns heute fürchten?

Die Welt hat einen mächtigen „Fürsten“, aber wir einen allmächtigen König. Wir überwinden durch das Blut des Lammes und durch das Wort unseres Zeugnisses, und weil wir unser Leben nicht lieben bis zum Tod (Offb. 12,11).

Er hat versprochen, uns die richtigen Worte zu geben, wenn man uns vor Gericht stellt, denn der Geist unseres Vaters wird durch uns reden (Mt. 10,19). Lasst uns daher keine Angst haben vor Dingen, die eventuell auf uns zukommen werden. Lasst uns nicht beunruhigt sein durch Nachrichten – wir wären sonst nicht besser dran als die „Welt“. Denn unser HERR fordert uns auf: ,,… seid nicht beunruhigt …, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben“ (Lk. 12,29b.32b).

Wie sagte einer unserer Väter: „Ich freue mich, in einer Zeit zu leben, in der das Wort Gottes sich vor unseren Augen erfüllt“. Sollten wir, wenn wir dieses Szenario als gekommen ansehen, uns nicht freuen, dass wir miterleben, wie Gottes Wort sich vor unseren Augen erfüllt? Doch bedenke: Es kann gut sein, dass der HERR noch verzieht. Ziehen wir keine voreiligen Schlüsse und stellen wir keine waghalsigen Behauptungen auf!

Wir sollten in diesen Tagen daher nicht so sehr mit „Aufklärung“ auf medizinischer und politischer Ebene beschäftigt sein, als vielmehr mit „Aufklärung“ unseres Lebens, damit wir bereit sind, wenn er kommt!

Denn das Ziel aller Prophetie ist nicht, „Bescheid zu wissen“ und allerhand Spekulationen und Sensationen zu erhaschen. Vielmehr ist es die Freude an unserem kommenden Herrn, auf den wir uns mit der Heiligung unserer Herzen vorbereiten, wie es der HERR in Mt. 25,4.6.7 sagt: „Die Klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen mit ihren Lampen […] Seht der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen.“

Autor

Michael Happle