Gemeinde, sei vorbereitet!

Autor

Michael Happle

Kategorie

Aus der Praxis

Magazin

2 / 2021

Die Aussage: „Alle, die gottselig leben wollen, werden Verfolgung leiden“ (2. Tim. 3,12), steht im Zusammenhang mit Verführung und Versuchung. Der Verursacher ist jedes Mal derselbe. Glenn Penner schreibt deshalb zurecht: „Das Neue Testament wurde von verfolgten Christen für verfolgte Christen geschrieben.“

Wir dürfen grundsätzlich wissen: Wir haben einen mächtigen Feind, aber einen all- mächtigen Freund, denn „der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist“ (1. Joh. 4,4). Heute schon sind schwere Zeiten für die kleine Herde im Machtbereich des Fürsten dieser Welt. Wir brauchen dafür:

1. Hilfreiche Werkzeuge für das persönliche Leben als Christ

Identität in Christus stärken: In dem Maß, in dem wir den Wert der Erlösung erfassen, halten wir Demütigungen stand. Finden wir in Jesus völlige Befriedigung? Das führt zur Bildung eines geheiligten Charakters (Hebr. 12,14).

Hingabe leben: Lerne daher, mehr Konzentration statt Zerstreuung als Lebensstil zu pflegen: opferbereite Nachfolge statt Wohl- ergehen. Lerne ebenfalls, den sich daraus ergebenden geistlichen Kampf gegen die Sünde (innerlich) und den Widerspruch (von außen) entschlossen zu führen bzw. zu ertragen (vgl. Mt. 16,22.23).

Bibelstudium: 1. Pflege regelmäßig intensiven Umgang mit der Bibel, um den Kampf vor Augen zu haben (vgl. Mt. 10+24; 2. Kor. 4+6; 1. Petr. 4; die Offenbarung, insbesondere die Sendschreiben). 2. Melde dich zum TfM- Bibelkunde/TfM-Bibelstudium an. Erforsche das Wort selbst und gründlich mithilfe von guten Kommentaren. 3. Sehr hilfreich ist es, Bibelverse und Liedtexte auswendig zu kennen bzw. zu lernen. Das Missionswerk Bibel-Memory bietet dazu liebevolle Motivation an (https://www.bibel-memory.de).

Gebet: Besorge dir regelmäßige Informationen über verfolgte Christen, z. B. bei der Hilfsaktion Märtyrerkirche, bei AKREF (Dt. Ev. Allianz) oder Open Doors. Habe für verfolgte Christen eine feste Rubrik in deinem persönlichen Gebet – und ermutige dazu in der Gemeinde. Diese Organisationen können auch eingeladen werden, um gründlich zu informieren.

Bete für Opfer- und Leidensbereitschaft. Wenn du heute gekränkt und übersehen wirst oder deine Träume platzen – übe kein Selbstmitleid, sondern „nimm dein Kreuz auf dich“.

2. Hilfreiche Werkzeuge durch das Leben in der Gemeinde

Seelsorge: Unsere Widerstandskraft wächst durch den Wandel im Licht, durch den wir Sieg über Sünde und Befreiung von Belastungen erfahren. Pflege Zweierschaften zur Rechen- schaft und Ermutigung.

Gemeinschaft (Koinonia): Das ist mehr als Small Talk, nämlich umfassende Teilnahme am Leben der Anderen. Lasst uns Gemeinde so ausrichten, dass sie in Bibelstudium, Brotbrechen, Gemeinschaft und Gebet (Apg. 2,42) konkret gelebt werden kann. Wir sollten nicht abhängig von einer „Zentrale“ sein (siehe Artikel S. 15).

Christen in Verfolgung würden mit Unverständnis auf unsere schwache Teilnahme an Gebetsstunden und Ähnlichem reagieren. Wie leicht lassen wir uns von Versammlungen abhalten (Hebr. 10,25)! Hier sind Selbstdisziplin und neue Prioritäten gefordert.

Wie gehen wir mit schwierigen Phasen in der Gemeinde um? Laufen wir davon, weil es uns nicht mehr gefällt, oder kämpfen wir um neue Aufbrüche?

Literatur/Material: Es ist sehr hilfreich, einschlägige Biografien über Menschen wie Richard Wurmbrand, Samuel Lamb, Siegfried Koll, Corrie ten Boom, Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer etc. zu lesen.

Mich hat das Buch „Im Schatten des Kreuzes“ von Glenn Penner begeistert, weil es eine biblische Theologie für Verfolgung und Christusnachfolge entfaltet.

Wie wäre es, wenn wir persönlich – und noch besser in Hauskreisen – den kleinen Bibelkurs „Sehnsucht nach mehr“ bearbeiten, der mit biblischen Betrachtungen und persönlichen Überlegungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema anleitet? Das Buch und das Heft können bei der HMK bezogen werden.

Autor

Michael Happle